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29.09.2022

Sanierung mit Vorbildcharakter

COBURG „Ready for take off“ oder „Happy landings“? Diese Fachbegriffe im Pilotenjargon könnte man nach einigen Monaten Flugpause auf dem Coburger Verkehrslandeplatz vielleicht bald wieder hören.

Der Flughafen in Coburg, auch Brandensteinsebene genannt, zählt zu den Ältesten in Deutschland. Immerhin fand 1912 der erste Flug dort statt und nahm während des ersten Weltkrieges eine strategische Rolle ein.

Nach diversen Ausbau- und Modernisierungsarbeiten im Laufe der letzten Jahrzehnte wurden aufgrund von fortschreitenden Schäden im Asphaltoberbau der Start- und Landebahn, dann doch umfangreichere Sanierungsmaßnahmen erforderlich. Hierzu zählen genauer: Abbruch und Neubau der vorhandenen Start- und Landebahn, Rollwegsanierungen sowie Neubau und Erweiterung der Befeuerungsanlagen.

Nach öffentlicher Ausschreibung erhielt den Auftrag für diese Arbeiten die HEITKAMP Unternehmensgruppe aus Herne, welche insbesondere beim Bau von Start- und Landebahnen hohe Erfahrungswerte vorzuweisen hat.

Die passenden Maschinen für dieses Projekt, wurden von dem Baumaschinenvermieter RÜKO angemietet. Aufgrund dessen nahegelegener Fürther Niederlassung und der hervorragenden maschinellen Aufstellung im Asphaltbereich, war die Anmietung eine kostengünstige Alternative zu dem eigenen An- und Abtransport der Geräte der Firma HEITKAMP. So konnten acht Bomag Walzen BW 174 (3 davon mit Asphaltmanager, 3 mit Splittstreuung, 1 mit Oszillation) und zwei Vögele Fertiger, Super 1800 und 1900 (letzterer mit Hochverdichtungsbohle) von der RÜKO GmbH bereitgestellt werden.

Eine große Besonderheit dieser Baustelle: Der Einsatz neuester, zukunftsweisender Technik beim Asphalteinbau. So fand das 3D-Steuerungssystem Navitronic Plus im Vögele Fertiger seine Anwendung. „Hiermit können Asphalttragschichten mit „relativ“ geringen Dicken in sehr guter Höhengenauigkeit hergestellt werden“, erklärt Jörg Pigorsch, Oberbauleiter der HEITKAMP Unternehmensgruppe. Außerdem wurde die Big Ski Ausrüstung eingesetzt. Diese konnte den schwimmenden Einbau der Binder- und Deckschichten unterstützen. Mit jeder eingebauten Schicht verbessere sich die Ebenflächigkeit nochmals, fügt der Oberbauleiter hinzu.

Darüber hinaus wurde das Assistenzsystem Bomap von Bomag zur digitalen flächendeckenden Verdichtungskontrolle aller Schichten eingesetzt. Durch das kontaktlose Temperatur-Messsystem Roadscan, welches der Aufzeichnung der Einbauparameter der Asphaltdeckschicht dient, wurde der Einsatz abgerundet.

Während die ersten beiden Systeme im Hause HEITKAMP bereits mehrfach erprobt worden seien, war es laut Jörg Pigorsch für Letztere eine sogenannte „Bewährungsprobe“.  

Den hohen logistischen Anforderungen der 20 m breiten Asphaltdeckschicht wurde man dank der hervorragend ausgestatteten Maschinen mit „Hightech-Systemen“ problemlos gerecht. So konnten aufgrund der reibungslosen technischen Abläufe von Mitte Juni bis Ende September 2022 auf der Runway auf 20.000 m² Fläche, beachtliche 10.000 t Asphalt planmäßig eingebaut werden.

Aber nicht zuletzt ist der beispielhafte Arbeitsablauf der Baustelle nicht nur der zukunftsweisenden Technik zu verdanken, sondern auch der erstklassigen Projektvorbereitung sowie der beispielhaften Arbeitsmoral aller Beteiligten. Eine Baustelle mit Vorbildcharakter!

 

Weitere Artikel:

https://www.np-coburg.de/inhalt.coburger-flugplatz-acht-walzen-fuer-eine-landebahn.963bf57d-60dd-45fc-8e96-6bd5e41a011a.html

https://allgemeinebauzeitung.de/abz/flugplatzsanierung-in-coburg-sanierung-mit-vorbildcharakter-abgewickelt-46884